Katzen aus dem Tierheim

Herzlich Willkommen!

Und die Moral von der Geschichte: sicherlich gesunde Tiere gibt es weder dort, noch da. Man kann Glück, aber auch Pech haben.

Laura, Pfötchentraining

Anfang des Jahres 2016

Ich wollte einen Hund. Ich habe mich auf Tierschutz-Seiten umgesehen, teilweise dort keine Chance bekommen weil ich weder Garten hatte, zusätzlich dazu Studentin war, und dann auch noch im Rollstuhl.

Mehr zum Thema “Ein Hund braucht einen Garten” hier

So kam es, dass ich Lychee letztendlich bei einer Hobby-Zucht gefunden habe. Sie ist so wie sie sein sollte auch heute noch recht fit. Ja, sie hat eine Getreideunverträglichkeit. Hier und da kämpft sie mal mit Ohrenentzündungen, was ganz normal bei Schlappohren ist, und ihre Zähne sind nicht die Besten (also alles gerade, aber Zahnstein halt) – auch ganz typisch für einen Zwergpudel.
Im Großen und Ganzen ist sie aber ein sehr fitter Hund. Und das sollte bei einem Assistenzhund auch so sein.

Anfang des Jahres 2019

Die Entscheidung stand fest, eine Katze soll einziehen. Doch woher? Vom Züchter oder doch lieber aus dem Tierheim?

Nachdem ich bereits damals ursprünglich einen Hund aus dem Tierheim wollte dachte ich mir, ich schaue mich bei der Katzensuche im Tierheim um. Gesagt, getan. Letztendlich habe ich dort auch Kiwi gefunden – wie ihr wisst.
Ihre Vorgeschichte:
Sie war wenige Tage alt als sie und ihre Geschwister gefunden wurden. Sie war lange in Quarantäne und tatsächlich zu dem Zeitpunkt, als ich sie gefunden habe, noch nicht abgabebereit. Dabei war sie da bereits 6 Monate alt. Der Grund dafür? Ihr Immunsystem. Sie hatte immer wieder mit typischen Katzenkrankheiten zu kämpfen und diese wollte das Tierheim natürlich bekämpfen bevor sie sie rausgeben. Als ich Kiwi das erste Mal gesehen habe sah sie sehr fit aus. So auch die ersten Tage über im neuen Heim. Doch recht schnell kam es ganz anders.

Kiwi’s Auge: Ein Hinweis auf vieles

Innerhalb weniger Wochen verschlimmerte sich der Zustand ihres linken Auges immer mehr. Natürlich war ich beim Tierarzt, wo wir zunächst auf eine Bindehautentzündung getippt haben. Nachdem es aber nicht besser wurde war ich mir eigentlich sicher, dass das eine Nachwehe vom Katzenschnupfen ist. So machten wir diverse Tests – einer davon kostete über 100€ – und alle waren ergebnislos.
Einerseits gut und schön, andererseits wussten wir immer noch nicht, warum Kiwi’s Auge getränt hat. Mal mehr, mal weniger, mal gar nicht.

So kam es, dass es eigentlich nur Futter sein konnte oder eine andere Allergie. Sei es auf Pollen oder aber auch andere Dinge in meinem Haushalt.

Futter konnte ich schnell ausschließen, da ich das Futter aus dem Tierheim zunächst NICHT ausgewechselt habe – selbstverständlich! Auch das Thema Kontaktallergie konnte ich ausschließen, da ich in meinem Haushalt ja nicht ständig Sachen austausche und es war ja mal besser, mal weniger.

Und so führte ich Tagebuch. Wann waren die Pollen sehr aktiv, wann nicht. Bis es dann so weit war, dass ich das Fenster geöffnet habe und Kiwi sofort angefangen hat zu niesen. Da stand für mich und auch die Tierärztin alles fest.

“Tiere aus dem Tierschutz sind viel dankbarer und gesünder”

Ich sage: Blödsinn.

Man kann beim Züchter sowie im Tierheim Glück und Pech haben. Es ist egal wie fit die Vorfahren von den Gelenken her sind, der eigene Hund kann zum Beispiel trotzdem durch falsche Aufzucht Gelenksprobleme haben. Genau so kann er trotzdem eine Allergie entwickeln.

Außerdem sind Tiere aus dem Tierschutz auch nicht unbedingt dankbarer. Oft sind sie tatsächlich einfach nur so eingeschüchtert, dass sie sich nichts trauen und deshalb so “brav” wirken – für einen Laien.
Ich möchte aber kein eingeschüchtertes Tier, sondern ein selbstbewusstes Tier.

Katze aus dem Tierheim, ja oder nein?

Jeder sollte diese Entscheidung für sich selbst treffen. Ich würde es tatsächlich immer wieder tun, auch mit der Hintergrundgeschichte von Kiwi.

Ja, ich wollte eigentlich eine Katze aus dem Tierschutz die einfach ein Zuhause sucht, aber eben auch unkompliziert ist. Unkompliziert ist Kiwi definitiv nicht. Außerdem muss sie einfach so oft Medikamentengaben beziehungsweise andere ungewöhnliche Dinge über sich ergehen lassen. Das alles ist nur dank Medical Training stressfrei möglich.

Mehr zum Medical Training für Hund & Katz findest du hier

Es ist leider ein Irrtum zu glauben, dass man im Tierschutz eigentlich ausschließlich gesunde Tiere bekommt. Seien wir ehrlich: viele Hunde aus dem Tierschutz werden ja auch nicht so oft auf HD und Co. untersucht wie zum Beispiel Rassehunde.

Hund & Katz aus Tierheimen haben eine Chance verdient. Allerdings kann das viel Zeit benötigen. Es kann, muss aber nicht. Kiwi wäre bei einem Laien mit null Ahnung von Katzen heute nicht die Katze, die sie bei mir ist. Solche Katzen brauchen einfach Wissen, Erfahrung und viel Geduld. Hätte ich sie bedrängt, könnte ich heut all diese Dinge die ich mit ihr mache nicht machen. Sie vertraut mir mittlerweile quasi blind.

Anmerkung: Das Halstuch im Beitragsbild ist das Pfötchentraining-Zertifikat!

Bis Bald, eure Lychee mit Frauchen & Kiwi!

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